Predigttext
Gott ist Teil der Crew

- hochgeladen von Mirjam Petermann
Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig! Verstumme!Markus 4, Vers 39
Ein Fischerboot zur Zeit von Jesus war eine leichte Konstruktion: Nur eine dünne Bretterschicht trennt das Meer vom Lebensraum der Fischer. Und das Segel ist gerade einmal stabil genug, um einen mittelschweren Wind als Steuerung zu nutzen.
Von Martin Krapp
Das Wasser trägt, kann aber auch hinabziehen. Der Wind bewegt, kann aber auch auf Abwege führen. Inmitten der Unwägbarkeiten von Wind und Wasser gilt es, das Vertrauen zu bewahren und die anstehende Arbeit zu tun: Neue Ufer wollen erreicht werden, Lebensmittel gilt es zu bergen und aufzubewahren.
Seit dem Beginn christlicher Glaubensgemeinschaft wird das Schiff mit all seinen Möglichkeiten und Gefahren verglichen mit der Kirche. Die Kirche wie ein Schiff im Strom der Zeit. Die Fischer sind die Glaubenden, die versuchen, Menschen zu erreichen, „zu fangen“, um die Frohe Botschaft, das wahre „Lebens-Mittel“ weiterzugeben. Das Schiff, die Kirche, ist der Rahmen, in dem wir unterwegs sind, um zu neuen Ufern zu gelangen und die Botschaft von Liebe und Bewahrung weitezugeben – schwankend und trotzdem Halt gebend.
Zu dem Weg dieses Kirchen-Schiffs gehört es, dass Wind und Wetter, Stürme und Untiefen die Fahrt bedrohen und den Fischern in ihr, den Gläubigen, alles abverlangen, um nicht unterzugehen. Was soll man machen, wenn einem der Wind ins Gesicht schlägt und man gar nicht mehr so richtig weiß, wo es hingeht und wie das Lebensbewahrende geborgen werden kann?
Zum Glück haben wir alte Berichte, die einen Hinweis geben. Sie erzählen davon, dass in diesem gefährdeten Schiff immer auch der anwesend ist, um den es bei all dem geht. Sinn und Ziel dieses Schiffes ist immer mit an Bord: Gott, sichtbar geworden in Jesus, ist Teil der Besatzung.
Er ist es, der Richtung und Ziel vorgibt. Er ist es auch, der das beherrscht, was das Schiff manchmal so schwer beherrschbar macht: Sturm und Wellen. In dem biblisch überlieferten Bericht von der „Stillung des Sturms“ wendet sich die Besatzung an Jesus, als die Angst aufkommt, jetzt sterben zu müssen im aufgezogenen Sturm. Es wird berichtet, dass Jesus den Sturm stillt, um schließlich der damaligen Besatzung ebenso wie uns heute zu sagen: „Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?“
Der Autor ist Pfarrer i. R. aus Weimar.


Autor:Online-Redaktion |
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