Gemeindekongress der EKM
Workshops, Segen und sprühende Ideen

- Jana Petri
- Foto: EKM
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Am 22. Februar lädt die EKM zum Gemeindekongress auf die Erfurter Messe ein. Unter dem Titel "Lass Funken sprühen" wird es Vorträge, einen Markt, Themen-Ateliers, Workshops und Gespräche geben. Dietlind Steinhöfel sprach mit Jana Petri, Projektleiterin der Erprobungsräume und Referentin für Gemeindeentwicklung im Landeskirchenamt.
Nach der Premiere im Oktober 2012 ist das nun der zweite Gemeindekongress in der EKM. Was war der Anlass für die Fortführung?
Jana Petri: Aus dem ersten Kongress ging der landeskirchliche Prozess der "Erprobungsräume" hervor. Der startete vor zehn Jahren. Dieses Jubiläum wiederum war der Anlass für den diesjährigen Gemeindekongress. Wir suchten ein Format, wo wir von den Lernerfahrungen erzählen können, was funktioniert, was nicht. Manche waren skeptisch, ob das die Leute interessiert. Doch die Anmeldungen sind so zahlreich, dass wir den Kongress erweitern müssen. Wir haben statt der geplanten 700 jetzt mehr als 1000 Teilnehmer aus der gesamten EKM.
Wie entstand die Idee zum Titel?
Vergangenes Jahr haben wir eine Erkundungstour durch die EKM gemacht und gesehen, dass es gute Ideen gibt. Das muss nicht immer ein Riesenprojekt sein. Wir wollen die Menschen zusammenbringen: Akteure aus den Erprobungsräumen, den Gemeinden, damit wir uns gegenseitig Mut machen. Unser Ziel ist die Vernetzung von Projekten und Gemeinden.
Was erwartet die Besucher?
Der Tag beginnt mit einem Hauptvortrag. Anschließend kommen Plenumsveranstaltungen und Themenateliers. Die Hauptzeit ist der "Markt der sprühenden Ideen" mit Marktständen, wo sich Initiativen vorstellen. Weiter bieten wir Ideen-inseln, das sind Kurzimpulse von 20 Minuten in einer Endlosschleife. In den sieben Themen-ateliers werden Inhalte vorgestellt und diskutiert, wie "Kirche der Zukunft", christliches Leben in der Gesellschaft oder der Segen.
Was kann man sich unter "Das Leben mit Segen verweben" vorstellen?
Es geht um individualisierte Bedürfnisse, die Leute mit Segen verbinden, wie die Segnung Neugeborener; einen Segen, wenn jemand in den Ruhestand geht. Segensfeiern zur Lebenswende werden Thema sein. Oder dass Rituale zum Wohnungseinzug entwickelt werden. Also nicht nur unsere klassischen Kasualien, sondern neue Rituale, die Leuten heute helfen. In Jena ist zum Beispiel eine „Agentur für Segensdinge“ gestartet.
Segen zum Einzug – klingt katholisch …
Wir kommen auf alte Geschichten zurück. Das finde ich gut, auch wenn das vielleicht nicht allen Leuten gefällt. Da das Angebot sehr breit ist, kann sich jeder heraussuchen, was ihm entspricht.
Worum geht es im Atelier "Kirche der Zukunft"?
Die Zukunft der Kirche ist nicht nur in diesem ausgewiesenen Atelier präsent, sondern zieht sich durch. Das beschäftigt ja alle. Kirche wird es immer geben, aber sie verändert sich in ihrer Form. Wie das alles wird, wissen wir nicht. Wir können es immer nur neu probieren. Dafür wollen wir werben.
Als Referenten haben Sie Schauspieler und Autor Samuel Koch eingeladen. Wie kam es dazu?
Wir reden oft über unsere Probleme und verlieren aus dem Blick, was gut ist, wo etwas gelingt. Samuel Kochs Leben war nach seinem Unfall von einem auf den anderen Moment komplett anders. In solch eine Situation können wir uns gar nicht hineinversetzen. Er hat trotzdem den Mut nicht verloren. Sein Buch "Stehauf Mensch!" ist sehr beeindruckend. Mit seiner ruhigen Art kann er Leute inspirieren. Und wir hoffen, dass er uns davon etwas mitgeben kann.
Autor:Online-Redaktion |
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