Germanwings-Absturz
Fehrs: Weiter Raum für Seelennöte geben

Foto:  epd-Bild/Peter Juelich

Hannover/Haltern am See (epd). Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, sichert den Hinterbliebenen der Germanwings-Flugkatastrophe von vor zehn Jahren weiter Unterstützung zu. «Dort, wo Ängste und Nöte der Seele ungehört bleiben, wollen wir ihnen damals wie heute Raum geben», sagte sie. «Wir verbinden uns mit ihnen im Gebet, dass Frieden in die Herzen aller Trauenden einziehen möge.»

150 Menschen aus 17 Nationen waren bei dem Unglück der Lufthansa-Tochter Germanwings am 24. März 2015 in den französischen Alpen ums Leben gekommen. Darunter eine Schulklasse aus Haltern am See mit 14 Schülerinnen, zwei Schülern und zwei Lehrerinnen. Die Ermittlungen hatten ergeben, dass der psychisch erkrankte Co-Pilot die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht hatte.

«Zehn Jahre später blicken wir immer noch fassungslos auf das Unglück zurück, das so viel hoffnungsvolles Leben vernichtet und so viele Menschen in Verzweiflung gestürzt hat», sagte die EKD-Ratsvorsitzende. «Einige Hinterbliebene haben einen Weg mit und durch ihren Schmerz gefunden. Andere sind weiter fest von Trauer umschlossen.» Die Hinterbliebenen stünden weiterhin vor der Frage des «Warum».

Zum 10. Jahrestag der Flugkatastrophe wird es am Montag in Haltern am See mehrere Gedenkfeiern geben. Zum Zeitpunkt des Unglücks um 10.41 Uhr läuten der Stadt zufolge die Glocken der Kirche. Auf dem Schulhof des Joseph-König-Gymnasiums werde es ein stilles Gedenken der Schulgemeinschaft mit kurzen Ansprachen der Schulleitung sowie Gebeten der katholischen und evangelischen Kirche geben. Am Abend soll in der katholischen Sixtus-Kirche in der Innenstadt um 19 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst für die Halterner Trauergemeinde stattfinden.

Der damalige Schulleiter des Gymnasiums, Ulrich Wessel, reist zum Jahrestag mit einer Gruppe der Eltern der Opfer in das französische Dorf Le Vernet in der Nähe der Unglücksstelle, um dort der Verstorbenen zu gedenken. Dort werden sich zahlreiche Angehörige der Opfer aus Deutschland, Spanien und anderen Ländern, aus denen die Passagiere stammten, versammeln, um gemeinsam ihrer Toten zu gedenken.

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Online-Redaktion

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